Vor dem Redesign: Was funktioniert bereits?
Der häufigste Fehlstart ist ein neues Layout, bevor klar ist, was vom bisherigen Auftritt erhalten bleiben soll. Inventarisieren Sie nicht nur Bilder, sondern auch Projektseiten, veröffentlichte Adressen und Informationen, die Besucher tatsächlich suchen.
Erstellen Sie eine einfache Liste aller relevanten URLs. Markieren Sie, welche Seiten erhalten, zusammengeführt, überarbeitet oder bewusst entfernt werden. Wenn Zugriffs- oder Suchdaten vorliegen, prüfen Sie, welche Projektseiten besucht werden und über welche Suchanfragen Interessenten kommen. Daten entscheiden nicht allein über Architekturqualität, machen aber unnötige Verluste sichtbar.
| Vorhandene Seite | Entscheidung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Aktuelles Projekt mit guten Bildern | Erhalten und verbessern | Text, Bildfolge und Projektstatus prüfen |
| Zwei Seiten zum selben Projekt | Zusammenführen | Eine Zielseite bestimmen und alte Adressen weiterleiten |
| Überholte Leistungsbeschreibung | Überarbeiten | Nur tatsächlich angebotene Leistungen darstellen |
| Veraltete Nachricht ohne weiteren Nutzen | Entfernen oder archivieren | Links und sinnvolle Zielseite prüfen, nicht pauschal auf die Startseite umleiten |
Auch ohne Analysesoftware ist diese Inhaltsinventur sinnvoll. Am Ende sollte für jede wichtige alte Adresse feststehen, was daraus wird.
Die neue Struktur folgt Ihrer Arbeit, nicht der alten Navigation.
Unterscheiden Sie zwischen einem Projektindex, einzelnen Projektseiten, Leistungen, dem Büro und Kontakt. Für kleinere Büros ist eine schlanke Navigation oft klarer als eine lange Liste mit Untermenüs. Eigene Bereiche für Wettbewerbe, Publikationen oder Sachverständigenleistungen sind nur dann sinnvoll, wenn sie genug Inhalt und eine eigenständige Zielgruppe haben.
Projektseite statt endloser Bildergalerie
Geben Sie jedem wichtigen Projekt eine eigene Seite mit Titel, Gebäudetyp, Ort soweit veröffentlichbar, Jahr, Status und Ihrer tatsächlichen Rolle. Ein kurzer Absatz erklärt Aufgabe und Entwurfsidee. Ein Grundriss oder Schnitt kann räumliche Fragen beantworten, die eine Fotografie offenlässt.
Ein Wettbewerbsbeitrag, ein Entwurf und ein fertiggestelltes Gebäude sind unterschiedliche Projektzustände. Beschriften Sie sie entsprechend. Referenzen sollen präzise sein, nicht größer wirken, als die tatsächliche Beauftragung war.
Öffnen Sie drei Projektseiten auf dem Smartphone. Lässt sich ohne Zoomen erkennen, was geplant wurde, was davon gebaut ist und welche Leistung Ihr Büro erbracht hat? Wenn nicht, ergänzen Sie zuerst Inhalt und Lesbarkeit, nicht Animationen.
Alte Projektadressen dürfen nicht einfach verschwinden.
Beim Relaunch ändern sich häufig URL-Strukturen. Wenn eine alte Projektseite durch eine neue ersetzt wird, richten Sie eine dauerhafte Weiterleitung auf die inhaltlich passende neue URL ein. Nicht jede alte Adresse gehört auf die Homepage. Eine automatische Weiterleitung aller gelöschten Projekte dorthin hilft Besuchern selten.
Die konkreten Pfade sind frei erfunden. Beim echten Umstieg wird jede alte Adresse auf eine passende existierende Seite abgebildet und technisch mit einem permanenten Redirect geprüft.
Bewahren Sie bestehende URLs, wenn dafür kein guter Grund zur Änderung besteht. Aktualisieren Sie interne Links direkt auf die neue Zieladresse, statt dauerhaft auf Weiterleitungsketten zu bauen. Eine neue Sitemap sollte die kanonischen Zielseiten enthalten, nicht die alten Weiterleitungsadressen.
Canonical und Indexierbarkeit
Jede öffentliche Seite braucht eine eindeutige Hauptadresse. Prüfen Sie den Canonical-Link, den HTTP-Status und ungewollte noindex-Anweisungen. Ein erfolgreiches Deployment, eine eingereichte Sitemap oder die Annahme einer Benachrichtigung bedeuten noch nicht, dass Suchmaschinen eine Seite indexiert haben.
Fotografien, Visualisierungen und Pläne richtig übernehmen.
Ein Redesign ist eine gute Gelegenheit, die Bildauswahl zu überarbeiten. Beginnen Sie mit den Originaldateien und nicht mit kleinen Kopien aus der bisherigen Website. Achten Sie auf stimmige Reihenfolgen, nachvollziehbare Ausschnitte und Bildgrößen für verschiedene Geräte.
- Fotografien: Nutzungsrechte, Bildnachweis und gegebenenfalls Zustimmung der Beteiligten klären.
- Visualisierungen: Entwurfsstand und Status korrekt kennzeichnen; Renderings nicht mit gebauten Aufnahmen verwechseln.
- Grundrisse: für Bildschirme vereinfachen, Schriftgrößen und Lesbarkeit auf kleinen Geräten prüfen.
- Bildbeschreibungen: sachliche Alternativtexte schreiben, statt Suchbegriffe aneinanderzureihen.
Eine einheitliche Rasterhöhe im Projektindex kann sinnvoll sein. Auf der Projektseite sollten wichtige Bilder aber nicht grundlos in ein unpassendes Seitenverhältnis gezwungen werden.
Mehrsprachigkeit nur mit echten Sprachversionen.
Wenn Ihr Büro deutsch und englisch kommuniziert, braucht es für die relevanten Seiten jeweils vollständig übersetzte Inhalte und eindeutige Adressen. Der Sprachwechsel sollte von einer Projektseite zur entsprechenden Projektseite führen, nicht auf eine anderssprachige Startseite.
hreflang ist nur für tatsächliche inhaltliche Entsprechungen sinnvoll. Stimmen Sie die Verknüpfungen in beide Richtungen ab. Eine deutschsprachige Seite erreicht nicht automatisch die französisch- oder italienischsprachige Schweiz; und eine automatische Wort-für-Wort-Übersetzung ersetzt keine fachliche Kontrolle.
Für eine einzelne noch nicht übersetzte Fachseite sind fehlende Sprachalternativen besser als erfundene. Der Relaunch muss nicht jeden möglichen Markt gleichzeitig abdecken.
Der technische Launch ist eine eigene Arbeitsphase.
Testen Sie die neue Website vor der Veröffentlichung auf Desktop und Mobilgerät, aber auch ohne perfekte Netzwerkverbindung. Besonders bei bildstarken Architekturseiten ist Ladeverhalten wichtig: Das große Titelbild darf die gesamte mobile Seite nicht unnötig ausbremsen.
- Projektseiten, Navigation und Kontaktwege funktionieren auf Mobilgeräten und mit Tastatur.
- Formulare werden tatsächlich zugestellt und bestätigen den Versand verständlich.
- Bilder sind scharf genug, aber nicht unnötig groß; die ursprünglichen Proportionen bleiben erhalten, wo sie wichtig sind.
- Jede indexierbare Seite hat einen passenden Titel, eine Meta-Beschreibung, genau eine Hauptüberschrift und einen korrekten Canonical.
- Alte relevante URLs leiten auf passende neue Inhalte weiter; es gibt keine unnötigen Schleifen.
- Die Sitemap enthält nur öffentliche kanonische Adressen und keine Preview- oder Testumgebung.
- Die Sprachverknüpfungen sind vollständig und gegenseitig, sofern Übersetzungen vorhanden sind.
- Bildrechte, Projektcredits, Datenschutzhinweise und weitere rechtliche Angaben sind geprüft.
Prüfen Sie auch einen bewusst eingegebenen falschen Link. Eine gut gestaltete 404-Seite löst nicht das Weiterleitungsproblem, hilft aber einem Besucher, sich auf der Website zurechtzufinden.
Nach dem Relaunch: prüfen, statt Rankings zu versprechen.
Rufen Sie die neue Website auf der tatsächlichen Produktionsdomain auf. Kontrollieren Sie die wichtigsten Weiterleitungen und einige Projektseiten manuell. Reichen Sie bei Bedarf die aktuelle Sitemap in der Google Search Console ein und prüfen Sie die Indexierungsberichte.
Vergleichen Sie danach über mehrere Wochen, welche URLs gefunden, gecrawlt und indexiert werden und wo konkrete Fehlermeldungen auftreten. Wenn die Suchnachfrage oder das Portfolio klein ist, sind absolute Zahlen häufig aussagekräftiger als auffällige Prozentwerte. Neue Gestaltung kann Nutzerführung verbessern, garantiert aber keine Suchpositionen.
Kann Ihr Team neue Projekte künftig selbst ergänzen, einschließlich Bildrechten, Status und einer passenden URL? Ein Relaunch ist erst dann nachhaltig, wenn die Website auch nach der Übergabe gepflegt werden kann.